(zu alt für eine Antwort)
Hartlöten mit Gaslöter?
Jochen Müller
2007-01-18 23:10:34 UTC
Liebe Leute

Ich würde gerne einen Gaslötkolben anschaffen, und zwar so einen der
auch eine Brennerdüse hat mit direkter Flamme. Denn ich muss
gelegentlich dünne Messingrohre (4mm Durchmesser, 0,5mm Wandung)
miteinander HART verlöten. Ich dachte da u.U. an das Teil von Weller
(WP60), dort sind so an die 1300Gard bei offener Flamme angegeben.
Natürlich wird das nur ein theoretischer Werbespruch sein, aber bei
diesen recht kleinen und dünnen Teilen, die ich hart zu löten habe,
könnte die Temperatur vielleicht reichen.

Hat hier jemand eine Meinung dazu?
Und falls das Weller-Gerät geeignet sein sollte: Hat jemand eine
Bezugsquelle, bisher finde ich den nur bei RS.
Was mir auch recht wäre, aber ich kann keine Preise vergleichen bei
nur einem Anbieter.

Gruss
Jochen Müller
Olaf Kaluza
2007-01-19 00:15:00 UTC
Post by Jochen Müller
Hat hier jemand eine Meinung dazu?
Ich glaub nicht das man damit Hartloeten kann. Haengt aber vielleicht
von deinem Lot ab.

Du kannst aber im naechsten Baumarkt so Teile kaufen die aus einer
Propan/Butan Pulle und einer Sauerstoffflasche bestehen. Angeblich zum
Autogenschweissen. Allerdings dafuer eher etwas zu schwaechlich, aber
zum Hartloeten prima wenn man es nicht zu oft machen muss.

Olaf
Eric Wick
2007-01-19 05:17:06 UTC
Post by Jochen Müller
miteinander HART verlöten. Ich dachte da u.U. an das Teil von Weller
(WP60), dort sind so an die 1300Gard bei offener Flamme angegeben.
Allenfalls mit ganz viel Glück und schwer zu beschaffenden Silberlot,
spätestens mit Messinglot hat man keine Chance mehr. Dafür braucht man
eine Gas / Sauerstoffkombi. So ein Weller Brenner vom Baumarkt hatte
ich auch mal, selbst Silberlot war kaum zu verarbeiten. Dito scheitert
man mit den Campinggaz Brennern und Benzin Lotlampen.

Bye Eric
--
Joerg Wunsch
2007-01-19 05:51:57 UTC
Post by Eric Wick
Allenfalls mit ganz viel Glück und schwer zu beschaffenden
Silberlot, spätestens mit Messinglot hat man keine Chance mehr.
Messingrohre kannst du sowieso nicht mit Messinglot löten.

Silberhartlot habe ich mir vor Jahren für nicht sehr viel Geld bei
ebay gekauft, Stangen mit Flussmittel ummantelt. Geht prima mit
meiner alten DDR-Butan-Lötlampe. Kritisch ist wie immer nicht die
Flammtemperatur, sondern die gesamte Wärmeleistung im Verhältnis zur
Wärmeabfuhr des Werkstücks.

(Vor noch viel mehr Jahren habe ich mir das Silberhartlot aus einer
alten Münze noch selbst legiert. Selbst das hat funktioniert,
zusammen mit Borax-Flussmittel vom ,,richtigen'' Hartlöten.)
--
cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)
Otto Sykora
2007-01-19 08:30:54 UTC
Gegenstände von dieser Grösse löte ich öfter mit so was, allerdings
eben wie von anderen bemerkt, nur mit dem Silberlot. Die anderen
Messinglote gehen auch bei diesen kleinen Dimensionen nicht mehr
damit.
Mit Borax umamantelter Silberlot geht bei mir schon irgendwie.
Uwe Hercksen
2007-01-19 08:46:25 UTC
Post by Jochen Müller
Ich würde gerne einen Gaslötkolben anschaffen, und zwar so einen der
auch eine Brennerdüse hat mit direkter Flamme. Denn ich muss
gelegentlich dünne Messingrohre (4mm Durchmesser, 0,5mm Wandung)
miteinander HART verlöten. Ich dachte da u.U. an das Teil von Weller
(WP60), dort sind so an die 1300Gard bei offener Flamme angegeben.
Natürlich wird das nur ein theoretischer Werbespruch sein, aber bei
diesen recht kleinen und dünnen Teilen, die ich hart zu löten habe,
könnte die Temperatur vielleicht reichen.
Hallo,

es ist nicht das Problem ob die Flamme heiß genug ist, die Heizleistung
der Flamme die bei den Rohren ankommt muß hoch genug sein um dort trotz
der Wärmeableitung durch die Rohre an der Lötstelle die Schmleztemperatur
des benutzten Hartlotes zu übersteigen.

Mit einem relativ kleinen Gasbrenner und Hartlot mit niedriger
Schmelztemperatur haben ich früher schon kleine Teile hartgelötet, aber
das war kein Gaslötkolben.

Bye
Thomas Huebner
2007-01-19 10:32:39 UTC
Post by Jochen Müller
Ich würde gerne einen Gaslötkolben anschaffen, und zwar so einen der
auch eine Brennerdüse hat mit direkter Flamme. Denn ich muss
gelegentlich dünne Messingrohre (4mm Durchmesser, 0,5mm Wandung)
miteinander HART verlöten.
Der Weller Pyropen WP60
http://www.tooled-up.com/artwork/ProdImage/TB32705.jpg
erreicht eine Löt-Temperatur bis zu 500°C, bei 20-60 Watt.

Das ist auch bei offener Flamme zum Hartlöten der Messingrohre in der
beschriebenen Güte etwas knapp.

So etwas
http://www.tradeplace.biz/bild.php?subid=60090&picid=3046_14706.png
oder Ähnlich dürfte angemessener sein.
Ich empfehle einen Schlauch zwischen Gasflasche unf Brenner.
--
Thomas
'Gerades Scheitern steht höher als ein krummer Sieg.'
-Sophokles, Philosoph
gUnther nanonüm
2007-01-19 12:17:33 UTC
"Eric Wick" <***@spamcop.net> schrieb im Newsbeitrag news:***@hesinde.ewhome.my-fqdn.de...
..
Post by Eric Wick
Allenfalls mit ganz viel Glück und schwer zu beschaffenden Silberlot,
spätestens mit Messinglot hat man keine Chance mehr. Dafür braucht man
eine Gas / Sauerstoffkombi. So ein Weller Brenner vom Baumarkt hatte
ich auch mal, selbst Silberlot war kaum zu verarbeiten. Dito scheitert
man mit den Campinggaz Brennern und Benzin Lotlampen.
Hi,
die Flamme ist schon heiß genug, es ist bloß keine sehr große Flamme, und
daher bei großen Werkstücken unfähig, die Metalloberfläche ausreichend
anzuwärmen. Das ist eigentlich ein Lötkolben, mit dem auch feine
Glasarbeiten oder ähnliches machbar scheint.
Aber mit einem Benzinbrenner muß das gehen. Was für einen hast Du denn? Habe
einen "echten VEB", der außer einer meterlangen Stichflamme auch den Krach
macht wie ein Düsenjäger....damit haben wir schon Zaunpfähle mit Beschlägen
versehen.
Und wenn Du einen geeignet geformten Brenner nimmst, kannst Du auch mit
Butangas aus Kartuschen auskommen. Ist im Prinzip dasselbe, nur ist der
Gasverbrauch ziemlich hoch, man kann damit wegen der großen Flamme nicht
genau zielen, beim Hartlöten kleiner Teile ist das sehr unpraktisch. Da
nimmt man lieber eine "aufgeladene Flamme" oder gleich was heißeres.
--
mfg,
gUnther
Joerg Wunsch
2007-01-19 15:41:37 UTC
Post by Thomas Huebner
Der Weller Pyropen WP60
erreicht eine Löt-Temperatur bis zu 500°C, bei 20-60 Watt.
Die 500 °C beziehen sich aber auf den Betrieb als Lötkolben, für
die offene Flamme werden 1300 °C angegeben.

Es kommt wohl insbesondere auf die Dicke der Messingrohre an (und
damit deren Wärmeableitfähigkeit), ob die Flamme dafür genügt,
die Werkstücke hart löten zu können.

Silberhartlot geht offenbar nach wie vor für so ca. 20 Fragezeichen
für 10 Stangen bei ebäh übern Tisch. Oder 1 kg für 100 Fragezeichen
im Sofortkauf. ;-)
--
cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
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Jan Conrads
2007-01-19 19:18:20 UTC
Post by Joerg Wunsch
Post by Thomas Huebner
Der Weller Pyropen WP60
erreicht eine Löt-Temperatur bis zu 500°C, bei 20-60 Watt.
Die 500 °C beziehen sich aber auf den Betrieb als Lötkolben, für
die offene Flamme werden 1300 °C angegeben.
Es kommt wohl insbesondere auf die Dicke der Messingrohre an (und
damit deren Wärmeableitfähigkeit), ob die Flamme dafür genügt,
die Werkstücke hart löten zu können.
Silberhartlot geht offenbar nach wie vor für so ca. 20 Fragezeichen
für 10 Stangen bei ebäh übern Tisch. Oder 1 kg für 100 Fragezeichen
im Sofortkauf. ;-)
Hallo,

vielleicht gehts auch mir dem günstigeren Kupferlot (CuP4)mit einem
Schmelzpung von gur 750 Grad wenn ich mich nicht irre. Habe mit dem Lot
und Borax Flußmittel den Riß im Messingwasserhahn (das 3/4 Zoll Teil ist
im Winter am Auslauf wegen Frost geplatzt) wieder wunderbar zubekommen.
Wärmequelle war da allerdings ein 70mm Flammenwerfer ;-)

Gruß Jan Jonrads